GeradeRaus 2008 Bundesverband Jugend und Film e.V. Junge Filmszene im BJF
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Ideenfindung für den Film

Ideenfindung für den Film

Ideenfindung

Gute Filmideen entstehen nicht aus dem Nichts sondern müssen erarbeitet werden. Nicht das Filmgenre sondern die Idee sollte dabei Ausgangspunkt für die Entwicklung einer Geschichte sein, wenn es authentisch und überzeugend traurig, lustig und/oder spannend werden soll. Dabei ist Recherche das Wichtigste von allem. Selbst wenn man bereits eine gute Idee hat, benötigt man Hintergrundinformationen über die Lebenssituationen seiner Figuren, über gesellschaftliche oder politische Zusammenhänge und etliches mehr. Nichts ist schlimmer als eine Gruppe, die einen Film machen will, am Tisch sitzt und sich den Kopf darüber zerbricht, was für eine Geschichte verfilmt werden soll.

Man kann eine Geschichte zwar erfinden, aber die Impulse für die gute Idee kommen immer aus eigenen Erlebnissen oder dem, was man beobachtet, gelesen, gesehen oder gehört hat. Ein einziges kleines Ereignis kann der Anfang einer Geschichte sein. So wie bspw. ein Obdachloser, der im Wartehäuschen der Bushaltestelle sitzt und laut "It’s now or never" von Elvis Presley singt. Da könnte eine Geschichte darüber entstehen, wie ein Außenseiter der Gesellschaft Liebe lebt. Und interessant wird die Geschichte dann, wenn es eben anders geschieht, als wir es kennen.

Ab und zu fallen uns gute Ideen für eine Geschichte dann spontan ein, wenn wir überhaupt nicht daran denken, eine Geschichte zu entwickeln. Das passiert deshalb in solchen Momenten, weil da der Kopf und die Logik ausgeschaltet sind und der emotionale Impuls, der die Idee auslöst, frei da sein kann. Kopf und Logik blockieren solche Impulse und verhindern genau das, was wir gerne sind: kreativ. Und um nicht darauf warten zu müssen, dass uns zufällig so eine gute Idee spontan in den Sinn kommt, gibt es Strategien, zielstrebig nach guten Ideen zu suchen. Ein wenig wie ein Detektiv muss man sich dazu auf den Weg machen.

Ideenrecherche in der Gruppe

Wie gut eine Idee ist, lässt sich oft auf den ersten Blick nicht sagen. Es ist deshalb bei der Suche nach der guten Idee wichtig, erst einmal möglichst viele Ideen zu sammeln und für alle sichtbar in Stichworten an die Wand zu hängen oder auf eine Tafel zu schreiben. Im nächsten Schritt bespricht man gemeinsam die vorhandenen Ideen im Hinblick auf die Frage, was für eine Filmgeschichte da entstehen könnte. Dabei geht es noch nicht um eine Entscheidung sondern einzig darum, von jeder Idee einen Eindruck zu bekommen. Ganz oft korrespondieren auch verschiedene Ideen miteinander. Die können dann als Gruppe neben- oder untereinander gehängt werden. Wichtig ist beim Besprechen der Ideen noch, die Frage nach der Umsetzbarkeit im Blick zu haben. Als Faustregel gilt: je kürzer der Zeitrahmen um so weniger Darsteller und Drehorte können eingeplant werden. Es gilt auch die Regel weniger ist mehr, denn es ist immer eine Herausforderung an die Kreativität mit einfachen Mitteln, viel zu erreichen.

Sind alle Ideen durchgesprochen, bildet man eine Rangfolge der Ideen, in dem jede/jeder in der Gruppe eine Stimme für eine Idee abgibt. Je nach Anzahl der geplanten Filmteams sollte so eine Stoffidee ausgewählt werden, die ausgearbeitet und gedreht wird. Wichtig ist es an dieser Stelle auch, den Mut zu haben, sich auch auf eine Idee einzulassen, von der man noch nicht ganz überzeugt ist. Oft entsteht die Zustimmung zur Idee im Laufe der Produktion dann doch. Menschen haben an dieser Stelle leider manchmal die unangenehme Eigenschaft, an der Vorstellung von einer Idee zu kleben, die alle anderen möglichen Fantasien einer Umsetzung ausklammert. "Ich kann mir aber überhaupt nicht vorstellen, dass..." hat als eigene Haltung jeder schon erlebt. Für einen selbst und natürlich für die ganze Gruppe ist es deshalb hilfreich, einfach folgende Frage zu stellen: "Wie lässt sich diese Idee interessant ausarbeiten, damit daraus ein toller Film werden kann?" Mit dieser Einstellung hat die Gruppe die besten Karten für einen tollen Film.

 

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