GeradeRaus 2008 Bundesverband Jugend und Film e.V. Junge Filmszene im BJF
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Praxistipps zur Ideenfindung

Materialien:

PDF-Dokument Figurenentwicklungsspiel

PDF-Dokument Storyboard-Animation

Praxistipps zur Ideenfindung

warming up – Figurenentwicklungsspiel

Die Datei Figurenentwicklungsspiel entsprechend der Anzahl der Teilnehmer drucken oder kopieren. Jeder bekommt ein Exemplar. Dann füllen alle die erste Zeile aus und geben ihr Blatt an den rechten Nachbarn. Dann füllt jeder die zweite Zeile aus und reicht das Blatt anschließend wieder an den rechten Nachbarn. Und so weiter. Sind die Blätter vollständig ausgefüllt, werden alle Blätter noch einmal nach rechts weiter gegeben. Dann werden die so entstandenen Figuren vorgelesen.

Szenische Ausarbeitung und Storyboard

In Kleingruppen (2 – 4) wird aus dem entstandenen Material eine Szene ausgewählt und exemplarisch als Drehbuch ausgearbeitet. Danach wird mit der Vorlage Storyboard-Animation ein Storyboard gezeichnet, dass anschließend mit der Kamera abgefilmt wird. Geräusche und Dialoge macht das Filmteam live beim Abfilmen. So entsteht ein animiertes Storyboard, das eine erste filmische Vorstellung von der ausgearbeiteten Szene vermittelt. Nebenbei macht das höllisch viel Spaß.

Drehbuchaufstellung

Die Autoren der ausgewählten Szene suchen sich aus dem Kreis der Gruppe Stellvertreter für die Figuren der Szene. Sie stellen Fragen zu ihrer Szene: Bei einer Krimigeschichte könnte das bspw. sein: Wie fühlt sich der Mörder? Hat er Angst? Ist er cool? Verrät er sich mit einer Geste? Soll der Kommissar schon Verdacht schöpfen? Die Autoren haben bereits eine Vorstellung, wie sich die Szene abspielen soll, wollen aber noch weitere Ideen für die Ausarbeitung sammeln und heraus finden, ob ihre Vorstellung schlüssig ist. Dann weisen die Autoren den Stellvertretern den Standort in der Szene zu, wie sie sich das für die filmische Umsetzung vorstellen. Die Stellvertreter wissen, welche Figur sie darstellen und welcher Moment in dieser Szene es ist. Sie haben nun die Aufgabe, die Empfindungen, Eindrücke, innere Bilder und sogar aufkommende Dialoge zu sammeln und mitzuteilen. Sie sollen sich nichts ausdenken. Nur diejenigen Informationen sind wichtig, die ganz von selbst auftauchen. Die Repräsentanten sind nur Empfänger. Es beginnt, sobald sie ihre Aufstellungsposition eingenommen haben.

(Quelle: Berndt Güntzel-Lingner, Bundesverband Jugend und Film e.V.)

Aus der Tiefe des Wassers

Zielgruppe: Kinder, Jugendliche, Erwachsene

Zielsetzung: experimentelle Bildgestaltung zur Inspiration für Filmideen

Beschreibung: In eine Fotowanne (oder vergleichbarem), die ca. 40 mal 50 cm groß sein sollte, wird ein Spiegel gelegt und dann die Wanne mit klarem Wasser etwa 3 bis 5 cm aufgefüllt. Die Kamera filmt Bild füllend so in die Wasseroberfläche, dass sie Gesichter, Hände oder andere Körperteile über den Spiegel aufnimmt. Wird nun noch die Wanne leicht auf- und ab bewegt, entstehen interessante Bildverzerrungen, die viele fantastische Assoziationen auslösen.

Variationen:

Um das Experiment zu bereichern, können mit einer Leuchte oder einem Scheinwerfer zusätzlich Lichtstimmung ausprobiert werden. Ebenfalls reizvoll ist es, mit Wasserfarben das Wasser zu färben oder Seifenblasen ins Bild fliegen zu lassen. Um den Bildhintergrund nicht an der Decke enden zu lassen, können größere Tücher oder Passepartoutbögen eingesetzt werden.

Es werde Licht, und es ward Licht

Zielgruppe: Jugendliche, Erwachsene

Zielsetzung: Experimentelle Erpobung der Wirkung unterschiedlicher Lichtstimmungen

Beschreibung: Nur mit einer Leuchte oder einem Scheinwerfer wird Licht aus allen denkbaren Positionen auf ein Gesicht geworfen: von unten, von oben, von vorne, von der Seite. Wie verändert sich dabei die Wirkung des Bildes? Welche Emotionen lassen sich so über Licht und den Gesichtsausdruck erzielen?

Variationen:

Eine Seidenstrumpfhose oder andere teiltransparente Gegenstände wie ein Glas vor der Kameralinse und/oder Farbfolien vor dem Scheinwerfer erweitern die Möglichkeiten, Wirkungen zu erzielen, ganz schnell.

Kleider machen Leute

Zielgruppe: Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Zielsetzung: Themenfindung/Stoffentwicklung über Verkleiden und Schminken

Beschreibung: Mit einer oder vielleicht sogar mehreren Kisten Kleidern und ein klein wenig Schminke verwandeln sich alle in einer Kleingruppe ganz nach Lust und Laune und möglichst spontan. So entstehen Figuren, die nun zu befragen sind, wer sie eigentlich sind. Dementsprechend werden dann einige Probeaufnahmen mit der Kamera gemacht, die zum Ziel haben, die Figuren in für sie typischer Haltung und Ausdruck aufzunehmen.

Variationen:

Dieser Ansatz ist auch geeignet, um direkt in die Storyentwicklung zu gehen. Die Figuren müssen sich nur der Frage stellen, wo begegnen sie sich in einer Geschichte, und was passiert dabei dann. Wichtig ist dabei die Loslösung von der Realität, denn wirklich interessant sind hier vor allem die Geschichten, die frei und fiktional gesponnen sind. Merke: Film ist immer Fiktion!

 

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