GeradeRaus 2008 Bundesverband Jugend und Film e.V. Junge Filmszene im BJF
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Videogeschichten - Drehbuchschreiben mit Jugendlichen

Videogeschichten:

Was steckt dahinter?
Sprüchesalat
Die Kettengeschichte
Die Zeitungsannonce
Der Wunderkarton
Das Spiel der Elemente
Der Fotoroman
Erinnerungen
Vom Bild zur Figurenskizze
Privatdetektiv
Fantasiefiguren
Spielzeugwelt
Fundsachen

Erinnerungen

Zielgruppe: Jugendliche und Erwachsene

Zielsetzung: Themenfindung/Stoffsammlung anhand persönlicher Dinge der Teilnehmer/innen

Beschreibung: Jedes Gruppenmitglied wird aufgefordert, aus seinem persönlichen Besitz einen Gegenstand mitzubringen, der ihm etwas bedeutet, ihn an ein Erlebnis erinnert. Das kann ein Foto, eine Postkarte, ein Schmuckstück, ein Tagebuchauszug oder sonst ein Gegenstand sein. Es ist ganz wichtig, dass die Wahl des Gegenstandes an keinerlei Bedingungen geknüpft wird. Jede/r Teilnehmer/in entscheidet für sich ganz frei, wie weit er sich mit einem persönlichen Erlebnis in die Gruppenarbeit einbringen will. In der Gruppe platziert jeder seinen Gegenstand an einem beliebigen Platz im Raum. Alle gehen nun herum und schauen sich alle Gegenstände in Ruhe an und lassen sie auf sich wirken. Es wird nicht miteinander geredet. Schweigend bilden sich nun über den Gegenständen Paare. Wer fühlt sich von welchem Gegenstand angezogen? Wer möchte gerne mit wem zusammenarbeiten? Bei einer ungeraden Zahl kann es eine Dreiergruppe geben. Die Paare erzählen sich nun soviel über die Geschichte ihrer Gegenstände, wie sie mögen. Danach ist es Aufgabe, aus beiden Erzählungen eine Figurenskizze zu entwickeln. Was für ein Mensch? Welcher Familienkontext? Welche Lebenssituation?

Variation:

Die ganz offene Form kann auch auf bestimmte Gegenstandsarten eingeschränkt werden, z.B. die Postkarte mit einem Bild, das eine Erinnerung auslöst. Man kann aber auch ganz unvermittelt mit Gegenständen einsteigen, die jeder gerade zufällig dabei hat. Auch ein Schuh kann zu einer interessanten Geschichte werden.

Methodisch-didaktische Anmerkungen: Je nachdem, wie persönliche Erinnerungen über Gegenstände eingebracht werden, führt die Themensuche und Stoffsammlung bis in intime Bereiche des/der einzelnen. Das setzt eine große Einfühlsamkeit des Leiters/ der Leiterin voraus. Auf der anderen Seite entsteht die Chance, auf Themen zu stoßen, die die gesamte Gruppe tief berühren und deshalb ein fesselndes Projekt in Aussicht stellen. Nicht ohne Grund vertreten vor allem autobiografisch arbeitende Regisseur/innen die Auffassung, dass die spannendsten Filmstoffe auf dem tiefsten Grund der Seele schlummern.

 

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