GeradeRaus 2008 Bundesverband Jugend und Film e.V. Junge Filmszene im BJF
GeradeRaus 2008 - dvd.jungefilmszene.de

Videogeschichten - Drehbuchschreiben mit Jugendlichen

Videogeschichten:

Was steckt dahinter?
Sprüchesalat
Die Kettengeschichte
Die Zeitungsannonce
Der Wunderkarton
Das Spiel der Elemente
Der Fotoroman
Erinnerungen
Vom Bild zur Figurenskizze
Privatdetektiv
Fantasiefiguren
Spielzeugwelt
Fundsachen

Spielzeugwelt

Zielgruppe: Kinder, Jugendliche, Erwachsene

Zielsetzung: Themenfindung/Stoffentwicklung anhand von Assoziationen zu Filmszenen

Beschreibung: In der Gruppe wird eine Filmsequenz mit abgeschaltetem Ton vorgeführt, die so ausgewählt wurde, dass unterschiedliche Interpretationen der Handlung möglich sind. Daher sollten der Film und die Schauspieler der Gruppe nicht bekannt sein und die ausgewählte Sequenz sowohl aus Dialogen als auch aus non-verbaler Handlung bestehen. Mehre Kleingruppen (Größe hängt von der Anzahl der in der Filmsequenz auftretenden Spielerinnen und Spieler ab) bekommen nun den Auftrag, in separaten Räumen sich auf eine gemeinsame Interpretation der Szene zu einigen und diese in spielerischer Improvisation darzustellen. Im Anschluss treffen sich die Kleingruppen und spielen sich gegenseitig die entstandenen Szenen vor. Diese werden im weiteren Verlauf der Gruppenarbeit als Ausgang für die Erstellung einer Geschichte genommen.

Variationen:

1. Gleich zu Beginn werden Kleingruppen gebildet, und jede einzelne bekommt einen auf ihre Gruppengröße zugeschnittenen Film ohne Ton vorgeführt.

2. Statt eines Filmausschnittes mit abgeschaltetem Ton wird eine Bildergeschichte vorgegeben, z.B. ein Ausschnitt aus einem Comic, in dem die Sprechblasen beim Kopieren entfernt wurden.

3. Das Handicap beim Betrachten des tonlosen Films wird dadurch erweitert, dass nur ein Teil des Bildschirms zu sehen ist. Dies kann dadurch erreicht werden, dass der Monitor mit Papier abgeklebt wird, das nur an einer oder mehreren Stellen Löcher aufweist. Durch geschickte Vorbereitung könnte hier z.B. eine Sequenz gezeigt werden, bei der die handelnden Personen nur durch ihre Füße repräsentiert werden. Gegebenenfalls muss für diese Variante eine Filmsequenz vorher zusammen geschnitten werden.

4. Wenn die Filmsequenz zu eindeutig ist, also zu wenig Interpretationsspielraum zu erwarten ist, kann dies dadurch ausgeglichen werden, dass die Handlung mittendrin gestoppt wird und der folgende Arbeitsauftrag für die Kleingruppen nicht nur die Interpretation des Gesehenen, sondern auch das Zu-Ende-Spielen beinhaltet.

Methodisch-didaktische Anmerkungen: Durch die Auswahl der Filmausschnitte hat die Gruppenleiterin oder der Gruppenleiter weit reichende Möglichkeiten, den Prozess der Ideensammlung zu steuern, z.B. wird vielfach bereits das Genre oder ein Thema nahe gelegt. Diese Methode ist besonders dann hilfreich, wenn zu erwarten ist, dass die Gruppe sich schwer tut, eigene Ideen zu entwickeln, oder wenn sie wenig Bereitschaft mitbringt, sich in der Konzeptionsphase vom eigentlichen Medium zu entfernen.

 

weiter >>