GeradeRaus 2008 Bundesverband Jugend und Film e.V. Junge Filmszene im BJF
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Ausgetrixt – die Trickfilmschule

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Legetrick

Vergleich "Dinggang"

Video - Vergleich Dinggang

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Graphit auf Leinwand"

Making of...

Video - Graphit auf Leinwand - Making Of

 

Setfotos "Graphit auf Leinwand"

Setfoto

Setfoto
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Compositing

 

Beispiel "Graphit auf Leinwand"

Compositing-Ebenen

Video - Graphit auf Leinwand - Compositing

 

 

Entstehung der "Augen":

Video - Entstehung der Trickfilmelemente

 

 

Filmstill

Filmstill Graphit auf Leinwand

 

 

Filmausschnitte

Video - Graphit auf Leinwand - Ausschnitt

Video - Graphit auf Leinwand - Ausschnitt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Charakter / Modelling

 

Gliederpuppen

Gliederpuppen

 

Filmbeispiele "Zwischen den Zeilen":

Video - Vergleich - Zwischen den Zeilen

Video - Vergleich - Zwischen den Zeilen

 

Stopmotion

Du musst nicht alles zeichnen, was sich in deinem Film bewegen soll. Du kannst auch Figuren aus einer Zeitschrift ausschneiden oder aus anderen Materialien basteln, wie zum Beispiel Stoff, Karton, Folie oder ähnlichem. Schon eroberst du eine weitere Dimension. Die dritte Dimension erhebt sich nun in den Raum. Diese neue Möglichkeit erlaubt es, die Kamera wieder waagerecht einzusetzen und richtige Puppen, Figuren und Gegenstände zum leben zu erwecken. Du erinnerst dich sicher an die Übung "Moving Objects". Auch reale Personen, also Menschen, können mit Hilfe von Einzelbildern animiert werden. Diese Art der Animation nennt man dann Pixilation, aber das nur am Rande. In unseren Beispielen auf der DVD wirst du die Unterschiede leicht erkennen.

Online Tipps:

Kika.de: Pixilation für Kinder erklärt

Mediamanual.at: Pixilation

 

Legetrick

Vergleich "Dinggang"

In dem Film "Dinggang" sind einfache grafische Elemente zu einer schönen Geschichte animiert. Der rote Kreis aus Filz, die Linien aus einer Schnur und der Hintergrund aus einem strukturierten Stoff ergeben eine sehr lebendige und plastische Oberfläche. Die Produktion ist sehr ähnlich der des Zeichentricks, entfaltet aber eine ganz andere Ästhetik. Diese Animation reduziert sich auf das Wesentliche und zeigt, wie sich mit wenigen Mitteln und sehr guten Ideen zauberhafte Filme erstellen lassen. Auch hier kommen die einzelnen Steps für eine weiche Bewegung zum Tragen. Fleiß zahlt sich aus, sofern man es denn alles von Hand animiert und nicht den Computer arbeiten lässt. Sicher findest du eine Menge Geschichten, die sich ähnlich darstellen lassen.

 

Bühnenbild

Ob du nun eine reduzierte Form, wie in "Dinggang", wählst, einen rekonstruierten und auf die Szene angepassten Raum, wie in "Zwischen den Zeilen", oder ein richtiges Set, wie in "Graphit auf Leinwand", baust, richtet sich ganz nach deiner Idee. Am Anfang sollte man sich nicht zu viel vornehmen, denn es gehört schon ein gewisses Maß an Erfahrung dazu, solch komplexe Aufbauten zu realisieren. Aber mittels gezeichneter, gebastelter und zweckentfremdeter Materialien lassen sich auch im Kleinen tolle Bühnen und Bühnenbilder entwerfen, die zudem auch noch auf deine Handlung abgestimmt sind.

Einiges solltest du beachten: Versuche deinem Bühnenbild seinen eigenen Charakter zu verleihen. Oben sprachen wir bereits von der Patina. Es ist nicht immer glaubwürdig, wenn deine Szene in einem alten Zimmer spielen soll und alles darin glänzt und frisch gestrichen ist. Deine Bühne sollte auch nicht in eine Ecke des Zimmers gebaut sein, denn manchmal ist es wichtig, um den Aufbau herumlaufen zu können, um alle Stellen gut zu erreichen. Zudem ist es so möglich, Kamera- und Lichtposition von allen Seiten zu wählen. Du kannst versuchen, den Aufbau mobil zu gestalten, um ihn vielleicht an drehfreien Tagen zur Seite stellen zu können.

Dein Bühnenbild sollte wie ein Theaterbühnenbild leicht zu montieren und demontieren sein, um schnell Szenenwechsel vollziehen zu können. Achte aber stets darauf, dass alles stabil ist und nicht wackelig. Holzrahmen mit Stoff bespannt lassen sich prima als Wände verwenden. Du kannst sie problemlos befestigen, weil sie sehr leicht sind. Wenn du möchtest, kannst du den Stoff sogar tapezieren oder anmalen. So macht man es auch im Theater. Wenn du Möbel bauen möchtest, empfiehlt sich leichtes Holz oder Karton. Denke daran, dass sie im Zweifel beweglich sein müssen und ggf. auch mal fixiert werden sollten. Entsprechende Markierungen und Befestigungen helfen dir, dieses Problem in den Griff zu bekommen.

Eine Raumdecke braucht ein Bühnenbild in den seltensten Fällen. Das heißt, du kannst gut von oben beleuchten oder Leisten anbringen, an denen du mit Nylonfäden Dinge in den Raum hängen kannst, um sie zum Beispiel schweben zu lassen. Solltest du einen Raum bauen wollen, so achte darauf, dass es hinter Fensterscheiben etwas zu sehen gibt. Eine Zeichnung oder ein Foto einer Landschaft kann da schon reichen, um es so wirken zu lassen. Als Fensterscheibe kann man ein Stück durchsichtiges Kunststoff oder einfach gespannte Frischhaltefolie benutzen. Als Fußboden eignen sich Hartschaumplatten. Diese lassen sich bekleben und bemalen. Zudem kann man in Ihnen mittels kleiner Schrauben und Stecknadeln seine Figuren fixieren.

Für Landschaften eignen sich Styroporblöcke, die in Form geschnitzt und mit einem Leim-Kleister-Gemisch und Stoff- oder Zeitungspapierfetzen beklebt werden. So sieht man die Styroporstruktur nicht mehr, und es bricht auch Nichts mehr heraus aus den Blöcken. Wer kein Styropor nutzen möchte, kann seine Landschaften auch mit einfachem Kaninchendraht formen und mit der selben Schicht wie beim Styropor überziehen. Vielleicht hast du noch einige Modellbauartikel einer alten Eisenbahn. Das eignet sich hervorragend für realistische Landschaften. Natürlich kann auch alles ganz anders und erfunden aussehen. Mondlandschaften oder fremde Planeten laden zum Austoben ein. Statt gemalte Wolken einfach zerpflückte Watte vor den Hintergrund hängen und so weiter. Lass dir etwas einfallen. Nichts ist unmöglich.

 

"Zwischen den Zeilen" spielt zum Beispiel in der Welt der Menschen. Für den Dreh wurde ein komplettes lebensgroßes Arbeitszimmer nachgestellt: Schreibtisch, Schreibmaschine, Lampen, Bücher und Bücherregal. Teilweise wurden diese Dinge dann noch für die Effekte und die Stabilität der Figuren manipuliert. Viele Bücher haben zum Beispiel gar keine Buchseiten mehr sondern nur bemalte Styroporkerne. Das macht sie viel leichter, wodurch sie beim Herausfallen leichter fixiert werden können. In einem Buch und im Regal sind Schläuche eingearbeitet, um es dadurch rauchen zu lassen.

Die Geschichte spielt also im Arbeitszimmer. Es ist alt und karg eingerichtet, die Wände vom Zigarettenrauch leicht angegilbt. Das Regal und die Bücher sind gebraucht und abgewetzt. Die perfekte kleine Schreibstube eines verkannten Schriftstellergenies. Das sah alles mal neu aus und wurde extra so patiniert, um den Effekt zu erzielen. Die Wände sind nur Holzrahmen, die mit Stoff bespannt und dann bemalt wurden. Das Problem war dabei tatsächlich die Größe. Da alles lebensgroß, aber das Studio sehr klein war, wurde es sehr eng überall. Man konnte nicht überall Licht installieren oder die Kamera positionieren. Wie du siehst, ist groß nicht immer gleich besser.

Wer mit richtigen Menschen animiert, der sollte schon zuvor viel Erfahrung gesammelt haben, denn Menschen sind nicht so geduldig wie Gegenstände. In "Graphit auf Leinwand" wurde ein richtig aufwendiges Set aufgebaut. Dort mussten nicht nur Requisiten und Wände Platz finden, sondern auch ganz viele Menschen, die daran mitgewirkt haben. Ständig wurde anderes Licht eingerichtet, geschminkt, Requisiten aufgebaut und so weiter und so weiter. Dazu schaust du dir am besten mal das Making of an.

Wer so etwas planen möchte, der muss im Vorfeld richtig viel Arbeit investieren, damit alles so klappt, wie es soll. Natürlich wurden da nicht immer die Wände angemalt. Dieser Teil ist eigentlich ein ganz normaler Zeichentrickfilm, der später in die originalen Realfilmaufnahmen eingearbeitet wurde. Aber auch das erklärt man dir im Making of... "Graphit auf Leinwand"

Was es mit der Montage auf sich hat und wie sie im einzelnen funktioniert, ist ein sehr spezielles Fachgebiet, wer Spaß an der Arbeit mit einem Computer hat und sich dort ein wenig einarbeitet, kann im Bereich Compositing eine Menge tolle Effekte und Tricks realisieren.

 

Compositing

Was bedeutet eigentlich Compositing? Compositing ist ein Begriff aus dem Bereich der visuellen Effekte und bezeichnet das Zusammenfügen einzelner Bildelemente zu einem stimmigen Gesamtbild. Der Begriff stammt aus dem Englischen und heißt übersetzt so viel wie "Zusammensetzen", wird aber ebenso gebräuchlich im Deutschen verwendet.

Das Compositing kommt heute tagtäglich zum Einsatz, nicht nur in Filmen, die effektlastig sind. Die wohl häufigste Form des Compositing ist das Ersetzen eines Blue-Screen-Hintergrundes durch ein anderes Motiv. Ein Verfahren, dem man beispielsweise in den täglichen Fernsehnachrichten oder auch beim Wetterbericht begegnet.

Lange vor den Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung fanden sich bereits Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten Formen von Compositing, z.B. in Fritz Langs Science-Fiction-Klassiker "Metropolis" (1922). Damals musste der chemische Film noch mehrfach belichtet oder mittels verschiedener Projektoren zusammen kopiert werden, um verschiedene Bildelemente zu kombinieren. Ein Verfahren, das bis in die 80er Jahre gängig war, und dafür gesorgt hat, dass Superman durch Hochhausschluchten fliegen und Raumschiffe den Todesstern sprengen konnten.

Seitdem Computer die digitale Bildbearbeitung möglich machen, ist Compositing auch für Film- und Videoamateure kein Geheimnis mehr. Neben dem gängigen Ersetzen einzelner Bildelemente durch andere Motive (wie im Bluebox-Verfahren) lassen sich mittels Compositing noch weitaus mehr Effekte erzielen.

Weitere Beispiele für Compositing:

Beim Compositing geht es prinzipiell nicht darum, eine kunstvolle Collage verschiedener Bildelemente zu schaffen, sondern vor allem darum, die perfekte Illusion zu erzeugen, damit das Gesamtbild am Ende überzeugend und real erscheint. Dabei müssen eine Reihe von Aspekten beachtet werden:

Fast jede handelsübliche Videoschnitt-Software bietet dafür bereits eine Reihe von Einstellmöglichkeiten. Spezielle Programme wie After Effects, Combustion oder FXHome haben sich ausschließlich auf das Compositing spezialisiert.

 

Fallstudie "Graphit auf Leinwand, 1920x1080 px"

Beim Film "Graphit auf Leinwand" kommt praktisch in jeder einzelnen Aufnahme Compositing zum Einsatz, um die vielschichtigen Bildebenen zu kreieren. Man kann fast sagen, der Film wurde nicht nur horizontal linear (also in der Zeit) geschnitten, sondern auch "vertikal". In der Tiefe der einzelnen Aufnahmen wurden wiederum andere Aufnahmen und Bildelemente gezielt platziert.

Video Compositing

Die einzelnen Einstellungen des Films bestehen zum Teil aus bis zu zwölf Bildebenen, die mit dem Programm After Effects zusammengefügt wurden. Die Basis stellt dabei immer das Real-Bild dar, wie es bei den Dreharbeiten aufgezeichnet wurde. In einer Szene beispielsweise wird die Hauptfigur mit gezeichneten und animierten Augen konfrontiert, die die Wände eines ansonsten leeren Raums füllen. Es war tricktechnisch unmöglich, diese Augen tatsächlich auf den echten Wänden des Drehortes zu animieren. Stattdessen entstanden sie auf klassische Weise am Zeichentisch.

Die von Hand animierten Hände wurden anschließend gescannt, und mithilfe der Software Flash wurde jedes Auge einzeln für sich animiert. Auf diese Weise lagen am Ende 14 verschiedene Augenanimationen vor, die dann beliebig in den Originalaufnahmen platziert werden konnten. Dabei war es wichtig, dass die räumliche Perspektive beachtet wurde und die Augen im richtigen Winkel mit einer perspektivisch korrekten Verzerrung im Bild angeordnet wurden, so dass der Eindruck entstand, sie würden an den Wänden erscheinen.

Im nächsten Schritt musste dafür gesorgt werden, dass die Hauptperson jene Augen verdeckt, die perspektivisch betrachtet hinter ihr liegen. Da wir die Darstellerin in dieser Szene nicht vor einer Blue Screen gefilmt hatten, sondern einfach direkt in der Szene, mussten wir sie nachträglich freistellen (ausschneiden). Dabei legten wir eine so genannte Maske an, die ganz genau der Form der Darstellerin angepasst war und diese in eine neue Bildebene vor die Augenebene legte. Da sich die Darstellerin bewegt, musste die Maske Bild für Bild animiert werden. Man spricht in diesem Fall von einer Travelling Matte (engl.: wandernde Maske).

"Graphit auf Leinwand" arbeitet noch mit weiteren grafischen Elementen, die zusätzliche Bildebenen ausmachen, z.B. Scans von Dokumenten wie dem Personalausweis, dem Freischwimmer-Abzeichen, alten Urkunden oder Schulhefteinträgen. Diese tauchen immer nur für wenige Einzelbilder auf, geben dem Film jedoch eine neue Bild- und damit auch Inhaltsebene, die der Zuschauer erfassen kann. Filmstill.

Auf ähnliche Weise wurden von Hand gemalte Farbflächen gescannt und im Film platziert, um das Thema "Bildende Kunst" visuell deutlich zu machen und jeder Szene einen Farbcode zu geben. Diese Farbflächen wurden zum Teil wieder an die Gegebenheiten des Hintergrundes angepasst, also beispielsweise perspektivisch an Wände oder Linien angelegt.

In einer weiteren Bildebene wurde eine so genannte Vignette über den Film gelegt, die dafür sorgt, dass das Bild zu den Rändern und in die Ecken hinein dunkler wird. Diese Vignette ist ebenfalls animiert, um den Eindruck von Bildflackern zu erwecken, wie man es von ganz alten Schwarz-Weiß-Filmen kennt.

Und schließlich gibt es noch zwei weitere Bildebenen, die dafür sorgen, dass "Graphit auf Leinwand" mehr wie ein alter Film und nicht wie eine digitale Videoaufnahme wirkt: Zum einen ist das die Filmkörnung, also eine Art grobes Rauschen. Zum anderen gibt es noch eine Ebene mit Staub und Kratzern, die sich durch den Film ziehen.

Diese Effekte sind zum Teil nur dezent wahrnehmbar, erzeugen aber unterbewusst beim Betrachter den Eindruck, dass es sich nicht um ein sauberes, perfektes digitales Gebilde handelt, sondern um ein lebendiges, amorphes Werk, das ständig in Bewegung ist. Damit unterstreicht das Compositing die Unruhe und Fragmentierung, die der Film beim Zuschauer hervorrufen soll.

Neben den handgezeichneten Trickfilm-Augen kamen in anderen Szenen auch 2D- und 3D-animierte Elemente zum Einsatz, z.B. ein Vogel oder auch digital erzeugter Regen.

(Beitrag zum Compositing von Alexander Weimer, "Graphit auf Leinwand", www.moviebrats.com)

 

Charakter / Modelling

Die Wesenszüge deiner Modelle bestimmen ihr Äußeres und ihre technische Beschaffenheit. Je nach Geschichte muss ein Charakter seine Wesenszüge nach außen tragen können. Sei es durch sein Handeln und/oder durch seine Gestalt. In der Animationswelt kann dies auch manchmal sehr konträr ausfallen. Eine dicke Gestalt, von der man denkt, dass sie schon vom herumliegen aus der Puste kommt, kann zum Beispiel einen 100 m Sprint gewinnen, wenn du es willst.

Eine Animationspuppe kann aus vielen verschiedenen Materialien gemacht werden:

Zum üben am Anfang eignen sich Lego-, Playmobil-, Überraschungseierfiguren, Teddys und Puppen. Einige haben bereits bestimmte Bewegungsoptionen und Gelenke, die du gut nutzen kannst.

Wenn du Bewegungsabläufe besser verstehen und testen möchtest, dann kannst du dir eine Gliederpuppe im Künstlerfachgeschäft besorgen. Diese haben alle Gelenke, die auch ein Mensch hat. Das hilft ungemein bei der Planung deiner Figur und ihrer Bewegungsabläufe. Wichtig ist vor allem im Auge zu behalten, was dein Modell können muss. Bedenke, welche "Bewegungsfreiheit" für die Animationsschritte, die Positionen und die Haltungen notwendig ist.

Hat das Modell das richtige Gewicht? - Nicht zu schwer sollte es sein!

Kann es auf einem Bein stehen bleiben? - Muss es das überhaupt?

Sind die Proportionen so beschaffen, dass es andere Gegenstände in Händen halten kann? - Braucht es überhaupt ausgearbeitete Hände?

Wie viel Materialverschleiß ist ein zu kalkulieren - vor allem bei Knetfiguren?

Wer seine Figur viel bewegt, muss gelegentlich einige Stellen nachmodellieren oder verschmutzte Stellen austauschen. Auch zu empfehlen ist, seine Knetfigur mit Gummihandschuhen zu modellieren und zu animieren. Knete wird nämlich auf Dauer schmutzig. Außerdem büßt sie an Elastizität ein und bricht. WICHTIG: Daher immer genügend Knete von gleicher Farbe und Beschaffenheit als Reserve vorrätig haben. Natürlich gibt es spezielle Knete für Animationen, aber die ist teuer und schwer zu bekommen. Hier ein Online Tipp zum Bestellen von "Modela" Modelliermasse.

Einfache Knete tut es für den Anfang auch. Wenn du sie zu bestimmten Farben mischen möchtest, dann kannst du den Grundton deiner Farbe im Wasserbad erhitzen bis die Knete schmilzt. Dann nach und nach die Mischfarbe hinzufügen, bis der gewünschte Farbton erreicht ist. Abkühlen lassen und dann verarbeiten. Aber Vorsicht. Immer die Fenster geöffnet halten, denn es riecht sehr unangenehm.

Wenn du im textilien Gestalten fit bist, kannst du auch Kleider für deine Figur nähen. Das spart Knete und macht es vereinzelt einfacher, die Figur zu animieren. Vielleicht soll auch dein alter Lieblingsteddy der Hauptdarsteller werden. Dann verstärke von innen seine Arme, Beine und den Oberkörper mit flexiblem Aluminiumdraht. So kann er bestimmte Positionen einnehmen und halten. Allerdings wirst du ihn mit Nylonschnüren halten müssen, denn er wird vermutlich nicht alleine stehen können.

In "Zwischen den Zeilen" waren die Figuren wie folgt aufgebaut:

Die zwei Hauptfiguren bestehen aus einem Drahtskelett, das mit einem Papiertaschentuchkern und einem finalen Überzug aus Knete versehen sind. Die Köpfe besitzen eine Styroporkugel als Kern und sind ebenfalls mit Knete überzogen. In den Füßen ist jeweils eine Geldmünze eingefasst. Diese besitzt ein Loch, um der Puppe mittels einer Schraube einen sicheren Stand auf dem Regal zu verleihen. Auch ein starker Magnet, der unter dem Regal versteckt ist, könnte hier zum Einsatz kommen. WICHTIG: Beachte, dass deine Münze aus Eisen sein muss! Das lässt sich leicht mit einem Magneten testen. Wie ein detaillierter Aufbau einer Figur aussehen kann, oder wie einfach man es halten kann, zeigen dir die Online Tipps.

Der Film "Zwischen den Zeilen" arbeitet ohne Dialoge. Darum war es wichtig, dass Körpersprache und Mimik der Puppen eindeutig kommuniziert wurden. Mundwinkel, Augenbrauen, Augenlider und Augen kommunizieren in ihrem Wechselspiel perfekt und lassen keine Missverständnisse entstehen. Dieses Leben solltest du deinen Figuren auch einhauchen, um sie zu wahren lebendigen Helden werden zu lassen. Jetzt wird in die Hände gespuckt und endlich gedreht!

Jeder Step in "Zwischen den Zeilen" wurde sorgsam einzeln modelliert. Viel Arbeit mit lohnenden Ergebnissen. Hier einige Beispiele dazu:

Vergleich Zwischen den Zeilen 1
Vergleich Zwischen den Zeilen 2

Online Tipps:

Kika.de: Animation für Kinder

Mediamanual.at: Einfache Plastilinfiguren erstellen

Movie-college.de: Professionelle Figuren und Animation mit Knete

Kindernetz.de: Allgemeine Informationen zum Puppentrick für Kinder

Mediamanual.at: Professionelle Puppentrickanimation und Herstellung

 

Nachbearbeitung

Da du nach dem Drehen eine Menge an Einzelbildern hast, kann es mit der Montage losgehen. Manchmal stellt man fest, dass die Bilder etwas unterbelichtet sind oder etwas schief. Dann kann man das in einem normalen Fotoeditor gut korrigieren. Man sollte aber darauf achten, dass die Bilder, die aufeinander folgen auch immer gleich bearbeitet werden. Sonst fällt das auf. Wer sich nicht gut mit der Bildbearbeitung auskennt, kann es einfach mal mit den automatischen Korrekturen versuchen.

Die Bilder sind jetzt alle gut. Dann ab damit in ein Schnittprogramm, um das Timing anzupassen. Wie das geht, hast du ja schon gelernt. Wer seine Bilder abgescannt hat und nun die Ebenen im Computer zusammenfügen möchte, hat jetzt noch einiges mehr zu tun. Idealerweise bearbeitet er seine Bilder erstmal in Puncto Farbe und Größe. Die Farbskala für Monitor- und Fernsehansichten nennt sich RGB.
R = rot
G = grün
B = blau

Deine eingescannten Bilder/Fotos müssen also im sogenannten RGB-Farbmodus bereit gestellt sein. Keine Sorge, du musst an den Einstellungen deiner Foto-Kamera oder deines Scanners nichts verändern: Der RGB-Modus ist der Standard-Farbmodus deiner Kamera.

Videobilder im Format 4:3 haben eine Breite von 720 Pixeln (px) und eine Höhe von 576px. Bilder/Fotos im Format 4:3 brauchen eine Breite von 768px und eine Höhe von 576px. Du siehst, dass es da einen kleinen Unterschied gibt. Das hat damit zu tun, dass Videobilder aus Pixeln im Verhältnis von 1 : 1,09 bestehen, das Bildbearbeitungsprogramm (mit dem du eingescannt hast) jedoch mit quadratischen Pixeln, also 1:1, arbeitet.

Die bearbeiteten Bilder kannst du nun ebenfalls mit einer Animationssoftware oder Videosoftware bearbeiten und fertig stellen. Was uns zur Ausgabe führt.

 

Ausgabe

Wenn alles fertig ist, also Bild und Ton entsprechend platziert sind, muss dein Film nur noch ausgegeben werden. Danach kannst du ihn auf anderen Computern oder auf dem DVD-Player deinen Freunden zeigen.

Die Ausgabe als Datei für den Computer ist einfach. Dazu exportierst du den Film einfach in eines der zur Verfügung stehendenFormate. Du wirst feststellen, dass es viele Formate gibt, die man für den Export einstellen kann. Die zwei wichtigsten sind "Quicktime" ("MOV") und "AVI". Es gibt diese beiden, weil es zwei Arten von Computern gibt - "Apple (Mac OS)" und "PC (Windows)". Im Grunde genommen unterscheiden sich die beiden Formate nicht von einander. Wichtig ist nur zu wissen, dass du in beiden Formaten die Möglichkeit hast, die Einstellungen so zu wählen, dass dein Film ohne Qualitätseinbußen ausgespielt werden kann. Solch ein Film benötigt dann sehr viel Speicherplatz (einige Gigabyte!). Wenn du ihn dir auf dem Computer angucken möchtest, könnte er ab und an haken oder gar nicht weiterspielen.

Um eine flüssige Wiedergabe auf dem Computer zu erreichen, ihn an Freunde zu verschicken, ins Internet zu setzen und/oder auf DVD zu brennen, musst du ihn mit einem sogenannten "Codec" (Kompressions-Algorithmus) versehen. Diesen kannst du während des Export oder nachträglich auf deinen Film anwenden. Diese Codecs sind kombinierbar mit den oben genannten Formaten. Ein Codec "komprimiert" deinen Film. Das heißt, er verkleinertn die Datenmenge des Videos. Dabei musst du allerdings einige Qualitätseinbußen in Kauf nehmen.

Möchtest du deinen Film ins Internet stellen, sollte er von sehr geringer Datenmenge sein. Es empfiehlt sich hierbei ein FLV (Flash Video) zu erstellen. Dieses Format kennst du sicherlich von "myspace.com" oder "youtube.com", auch die Videobeispiele dieser Trickfilmschule sind in diesem Format codiert. Im Internet kannst du dir ein kostenloses Tool z.B. "Riva FLV Encoder" herunterladen, mit dem du dein "AVI" oder "Quicktime" dann in ein FLV umwandeln kannst. Dabei solltest du Größe, Qualität und Ton deines Videos so einstellen, dass es am Ende einerseits eine geringe Dateigröße und andererseits eine ausreichende Qualität hat - einfach ausprobieren!

Du möchtest deinen Film auf DVD brennen? Dafür benötigst du ein Brennprogramm, welches DVDs erstellen kann (und einen DVD-Brenner). Die Standard-Brennprogramme wandeln dein AVI oder Quicktime automatisch um, bevor sie mit dem Brennen loslegen. Dabei musst du etwas Geduld mitbringen. Dieser Vorgang kann schon einige Zeit dauern. Das Brennprogramm codiert dein Video mit einem "Mpeg2"-Codec, dieser ist der Standard für Video-DVDs. Das Ergebnis wird dann in einem speziellen Dateiformat auf die DVD gebrannt. Die DVDs enthalten weniger Brennfehler, wenn nicht die maximale Brenngeschwindigkeit gewählt wird, sondern zum Beispiel nur "2-fach".

Es gibt unglaublich viele weitere Formate. Wer möchte, kann sich im Internet noch weiter informieren oder weitere Formate einfach mal ausprobieren. Am gängigsten sind noch folgende DivX, Xvid, MPEG4 oder WMV. Eine WMV-Datei wird standardmäßig aus Windows' eigenem Schnittprogrammen ausgegeben. Wer keinen Windows-Rechner besitzt, hat dann ein kleines Problem, die Filme anzuschauen. DivX und Xvid sind Codecs, die im MPEG4-Format codieren, wobei Xvid ein freier Codec (Open Source) ist. Der Codec ist interessant für diejenigen, die nicht als DivX ausgeben können. Die Qualität ist aber in der Regel etwas schlechter.

Interessant ist vielleicht noch "MPEG4". Dies ist der Oberbegriff (Containerformat wie Quicktime oder AVI) für verschiedene Codecs, die in Handys oder iPod-Formaten zum Einsatz kommen. Die Dateien werden relativ klein bei guter Qualität. Neuere Programme bieten meist schon einen Export als iPod-Film an. Das ist dann sehr einfach. Wer für ein Handy produziert, kommt nicht umhin, die Einstellungen und Voraussetzungen für sein Mobilfunkgerät zu studieren. Zwischen verschiedenen Handys gibt es noch viele Unterschiede. Im Internet gibt es unzählige Foren und andere Internetseiten die bei einer passenden Suchanfrage detaillierte Hilfen bieten. Man sollte in den zahlreichen Einstellungen nicht zu viel herum spielen. Meistens sind die Voreinstellungen sehr gut.

Online Tipps:

Quicktime Komponenten

Riva FLV Encoder – Freier Flash Encoder

Mpeg Streamclip – Gutes Freeware Tool zum Abspielen und Umformatieren von Filmdateien

VLC Player – Freie Abspiel– und Kodierungssoftware

Xvid-Homepage

DivX Player und Encoder

Version Tracker legales Software Downloadforum für freie Software

Fachlexikon für Videoamateure und Filmemacher

Movie-college.de: Allgemeines zum Filmemachen

Mediamanual.at: Spezielle Infos zum Thema Animationsfilm