GeradeRaus 2008 Bundesverband Jugend und Film e.V. Junge Filmszene im BJF
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Ausgetrixt – die Trickfilmschule

 

Technik

 

Bühne

Beispiele aus den Filmen:

Bühne - Zwischen den Zeilen

Bühne - Dinggang

Bühne - Schaffner

Bühne - Weiss

 

 

Technik

Bühne / Bühnenbild

In deinem Drehbuch hast du ja sicher schon festgelegt, wo dein Film, deine Szene stattfinden soll und wie der Ort aussehen soll. Da es sich um einen Film handelt, darf auch alles inszeniert sein. Das Bühnenbild eines Animationsfilms ist wichtig für die Ortsangabe/-beschaffenheit wie auch die Stimmung, in der die Handlung stattfindet. Ähnlich wie in einem Theater spielt sich der Dreh auf einer Bühne ab. Diese Bühne gilt es einzurichten und zu dekorieren. Dabei kann man beim weißen Grund beginnend über gemalte Hintergrundbilder bis hin zu dreidimensionalen (kleinen wie großen) Aufbauten Räume entstehen lassen.

Somit bietet die Bühnengestaltung die perfekte Umgebungen in der sich deine Charaktere bewegen. Also frisch ans Werk und inszeniere dein Bühnenbild!

Bühne

In den Filmen dieser DVD siehst du, dass es ganz unterschiedliche Arten von Bühnenbildern gibt. "In Zwischen den Zeilen" wurde ein ganzer Raum nachgebildet, in der "Dinggang" war es eine einfache zweidimensionale Fläche, in "Der Schaffner" ein aus vielen Ebenen collagierter Hintergrund und in "weiss" ein unsichtbarer, virtueller Raum.

In allen Fällen verhält es sich wie im Theater: deine Hauptfiguren bewegen sich auf einer Bühne. In deinem Storyboard sind die notwendigen Ausmaße und Details ja bereits festgelegt. Deine Figuren sollten natürlich ihren Platz und Raum darin finden und die Proportionen zueinander sollten stimmen.

Du solltest darauf achten, dass alle Teile deines Bühnenbildes, die nicht animiert werden, gut befestigt sind und nicht verrutschen können. Das würde man sonst nachher im Film störend wahrnehmen. Alle Dinge, die animiert werden, solltest du ebenfalls fixieren. Aber nur so, dass die Kamera es nicht sieht und so, dass es leicht ist, sie wieder zu lösen und zu animieren.

Für die Gestaltung eignen sich hervorragend alltägliche Materialien, die du prima zweckentfremden kannst. Alufolie als Spiegel, zwei zusammengeklebte Pappsuppenteller als UFO oder alte Papprollen vom Küchenpapier als Säulen. Wenn diese Dinge noch bemalt sind, erhalten sie ein völlig neues Leben.

Bühnenbild

Zum bemalen kann man handelsübliche Fingermalfarben, Wasserfarben, Bunt-, Filz-, Wachsmalstifte, Abtönfarben und vieles mehr verwenden. Vermischt man Farben mit etwas Sand oder Sägemehl, erhalten deine Gegenstände zusätzlich eine schöne Struktur.

Vielleicht hast du schon mal bemerkt, dass Flächen, wenn sie älter sind, nicht immer gleichmäßig gefärbt sind. Oft benutzte Gegenstände sind abgenutzt und schmutzig. Dieses ist die so genannte Patina. Du kannst Verschmutzungen und Gebrauchsspuren imitieren, um alles noch echter werden zu lassen: Nimm dein benutztes, schmutziges Pinselwasser, eventuell färbst du es noch etwas nach, und streiche deine Flächen noch mal damit ein. In den Ecken und am Boden etwas mehr und in der Mitte etwas weniger. Mit einem Tuch verteilt, trocknet es schneller und sieht nachher wesentlich älter aus. Gebrauchsspuren imitiert man, indem man Gegenstände auch etwas schmutziger gestaltet und mit etwas Schleifpapier verkratzt. Versuch es einfach mal, und du wirst sehen, dass solche Effekte dein Bühnenbild und deine Requisiten lebendiger aussehen lassen.

Deine Bühne sollte also gut durchdacht sein und für alle geplanten Perspektiven genutzt werden können. Du kannst dieses prüfen, indem du deine Kamera in verschiedene Positionen stellst und durch den Sucher schaust. Was die Kamera sieht, ist später auch im Film zu sehen.

Besonders für junge Filmer gibt es weitere praktische Tipps unter folgenden Links:

Online Tipps:

Kika.de: Die Filmkulisse

Kika.de: Filmkulissen bauen

Kika.de: Der Hintergrund

 

Perspektivische, geometrische Darstellung:

Wenn du ein Bühnenbild mit besonderer Tiefenwirkung oder einem sehr weiten Horizont planst, bedenke die perspektivische Darstellung. Straßenzüge zum Beispiel verjüngen sich nach hinten und laufen in einem gedachten Punkt zusammen. Sofern du mittig auf der Straße stehst und sie hinunter schaust, nennt man das Zentralperspektive.

Betrachtest du das Geschehen von einer anderen Position aus oder sind andere Objekte in der Nähe dargestellt, wirst du dein Bühnenbild in der 2-Fluchtpunktperspektive anlegen müssen, da sich die Winkel zueinander anders verhalten. Solche Hintergründe anzulegen bedarf einer Menge an Erfahrungen und zeichnerisches Verständnis. Man kann die Größenverhältnisse auch berechnen, aber geübte Zeichner finden aus dem Gefühl heraus die richtige Darstellungsform.

Wenn du eine solche Darstellung beabsichtigst, findest du unten in den Online Tipps noch einige Hilfen. Im besten Fall versuchst du es erstmal mit kleinen Räumen die nicht eine derart aufwendige Gestaltung der Perspektive bedürfen.

Online Tipps:

Kunstlinks.de: Perspektive

Wikipedia: Fluchtpunkt

Wikipedia: Fluchtpunktperspektive

 

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