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Ausgetrixt – die Trickfilmschule

 

Technik

 

Technik

Kamera / Kameraeinstellungen

Kameras

Kameras gibt es viele. Von der teuren, komplizierten Filmkamera der Profis bis zur einfachen Kleinbildkamera zu Hause. Da heutzutage fast alle Kameras digital arbeiten, ist vieles in der Nachbearbeitung einfacher geworden und, die Profiausstattung einmal ausgenommen, leicht zu Hause verwendbar und einfach zu bearbeiten.

Der wesentliche Unterschied zwischen verschiedenen Kameras ist folgender: Eine Videokamera kann Bewegungen aufzeichnen, also Zeitabläufe. Bei der Einzelbildaufnahme muss man für den Zeitablauf ein wenig tricksen. Einige Videokameras lassen sich auf Einzelbild umstellen. Dann verhalten sie sich wie ein Fotoapparat, was für unsere Zwecke sehr gut ist.

Das Problem älterer Videokameras ist, dass deren "Einzelbildschaltung" nur Sequenzen von minimal 4 Bildern pro Shot aufnehmen kann. Das ist etwas zu viel für eine flüssige Animation. Du wirst also im Schnitt das eine oder andere Bild nicht duplizieren müssen, sondern löschen, um deine Bewegungen flüssig zu gestalten. Allerdings kann eine Videokamera deine Bilder in schneller Folge abspielen, so dass du deinen Film schon mal, wenn auch unter Umständen etwas ruckelig, anschauen kannst.

Ein digitaler Fotoapparat ist hingegen ist ganz leicht an einen Computer anzuschließen. Hier macht das Gerät ohnehin Einzelbilder und zumeist auch in einer besseren Qualität. Am Ende einer abfotografierten Bildfolge, sprich: der Szene, kann man sich die Aufnahmen einmal in Ruhe anschauen und überprüfen, ob alles geklappt hat. Ob alles so ist, wie du es geplant hast.

Später gehen wir noch auf spezielle Software für Animationsfilme ein. Mit einem solchen Programm ist es möglich, die Kamera direkt anzusteuern. Das verhindert ein verwackeln der Bilder durch manuelles Auslösen und bietet zudem die Möglichkeit die Bilder unmittelbar vor, während und nach der Aufnahme zu kontrollieren. Nützliche Optionen sind zum Beispiel die Werkzeuge, um das vorangegangene und das derzeitige Bild zu vergleichen (Zwiebeleffekt). So kannst du sicher gehen, nicht zu große Steps zu machen.

 

Technische Einrichtung der Kamera

Ganz gleich mit welcher Art Kamera du arbeitest, es gibt einige grundsätzliche Einstellungen, die deine Bildgestaltung positiv beeinflussen. Diesmal bereits im Voraus der Online Tipp, denn wer es ganz genau wissen möchte, sollte vorher mehr lesen, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Wer zu viele Einstellungen während des Drehs verändert, kann unter Umständen im Schnitt arge Probleme bekommen. Für den Anfang erstmal nur das nötigste einstellen und sich langsam an feinere Einstellungen herantasten.

Online Tipp:

Mediamanual.at: Kameraeinstellungen

 

Fernsehformate

Hier in Europa, in Australien, Asien, Grönland, Afrika und an der Ostküste Südamerikas gilt das PAL-Format. PAL/SECAM oder nur Secam ist ein vergleichbares Format und mit PAL kompatibel, da beide Formate nach dem gleichen technischen Prinzip arbeiten.

In Nord- und Mittelamerika, an der Westküste Südamerikas, in Japan und einigen wenigen Regionen Asiens herrscht das NTSC-Format vor. Wer für fremde Länder produziert, sollte dies berücksichtigen.

Es ist nicht wichtig, wo genau die Unterschiede liegen, aber was Sie bewirken, sollte einem bewusst sein: In unseren Regionen arbeitet der Videofilm mit 25 Vollbildern pro Sekunde, da handelsübliche Fernseher aber nur Halbbilder anzeigen können, die unser Auge dann ergänzt, werden aus 25 Vollbildern 50 Halbbilder pro Sekunde erzeugt. Das hängt mit der Wechselstromfrequenz von 50 Hertz des Stromnetzes zusammen. Wieso, weshalb, warum das so ist, kannst du in den Online Tipps nachschauen. In den Ländern mit einer NTSC-Formatierung ist die Frequenz des Stromnetzes anders und somit werden dort ca. 30 Bilder, also 60 Halbbilder pro Sekunde von den Fernsehern dargestellt. PAL formatierte Filme laufen unter NTSC nicht sauber ab und umgekehrt genauso. Es ist wichtig, dieses zu beachten. Hier also immer auf PAL arbeiten.

Ein weiterer wesentlicher Unterschied der Systeme ist die Farbwiedergabe. Selbst wenn man sich an das ruckelige gucken gewöhnt hat, sind die Farben der Systeme doch stark abweichend. NTSC Farben auf einem PAL-Gerät sehen zum Beispiel sehr blass aus.

Wie gesagt, es ist wichtig deine Videokamera auf PAL zu stellen, um am Ende flüssige und schöne Bilder aufgenommen zu haben.

Online Tipps:

Wikipedia: PAL-Format

Wikipedia: NTSC-Format

Wikipedia: SECAM-Format

 

Weißabgleich

Licht hat unterschiedliche Farbtemperaturen (siehe Licht). Jede neuere Kamera kann sich automatisch so einstellen, oder man kann sie manuell so einstellen, dass die Bilder ohne "Farbstich" aufgezeichnet werden. Das nennt man dann Weißabgleich.

In der Regel gibt es 3 Einstellungsoptionen dafür. Eine Glühbirne für Kunstlicht, also Innen, eine Sonne für Tageslicht und zwei nach innen gerichtete Pfeile für einen manuellen Abgleich. Im Menü der Kamera die Funktion suchen und eine der Einstellungen wählen. Ratsam ist der manuelle Abgleich. Dazu solltest du ein weißes Blatt Papier dort auf der Bühne platzieren, wo später deine Szene stattfindet. Das Licht hast du ja schon entsprechend eingerichtet. Jetzt aktivierst du den Weißabgleich-Modus und die Kamera stellt die Farbtemperatur so ein, dass das Weiß wirklich weiß ist. So werden auch alle anderen Farben später "natürlich" wirken. Diesen Schritt solltest du dann später bei jeder neuen Lichtsituation wiederholen. Wie schon beim Licht angemerkt, besteht Licht aus unterschiedlichen Farbtemperaturen. Ein hoch spezielles technisches Gebiet dessen Ausführung diesen Rahmen sprengt.

Für den Anfang sollten diese Informationen ausreichen. Wer sich näher für dieses spezielle technische Gebiet interessiert, kann den Online Tipp zu Hilfe nehmen.

Online Tipp:

Wikipedia: Weißabgleich

 

Zoom

Zoomen ist beim Animationsfilm während der Aufnahme in der Regel nicht erforderlich. Es sei denn, du hast eine Szene speziell so geplant. Beim Animationsfilm kannst du nur dann zoomen, wenn im Bild nichts passiert, denn sonst musst du für jeden Zoom-Schritt ein einzelnes Bild machen.

Achte darauf, dass du nicht an den Zoomschalter kommst, solange du eine Einstellung für die Szene benutzt, denn sonst ändert sich dein Bildausschnitt ungewollt. Und das kann man nur schwer wieder korrigieren. Wer von den jüngeren Filmern den Zoom in seiner weiteren Filmarbeit gezielt einsetzen möchte, der kann sich im Internet auf kika.de tiefer gehend informieren.

 

Blende

Die Blende kann man bei manchen Kameras auch manuell einstellen. Die Blendenzahl sollte im mittleren Bereich des Objektivs liegen. Wenn du größere Blendenöffnungen, das heißt kleinere Zahlen, einstellen musst, bedeutet das, dass du zu wenig Licht hast. Dann werden die Bilder etwas unscharf und beginnen zu rauschen. Dies gilt es natürlich zu vermeiden.

Die Blende steuert nämlich den Lichteinfall der Kamera. Das entscheidet sowohl über die Helligkeit als auch über die Tiefenschärfewirkung. Wer einige Erfahrungen gesammelt hat, kann mit dem Mittel der Blende enorme Wirkungen erzielen. Diese sollten aber erst nach einigen erfolgreichen Probefilmchen genutzt werden.

Wie eine Blende arbeitet und was sie genau bewirkt, ist sicher kein leichtes Thema und sollte erst in einer fortgeschrittenen Phase bedacht werden. Neugierige unter euch können das wesentliche unter dem Online Tipp nachlesen.

Online Tipp:

Wikipedia: Fotografische Blende

 

Schärfe

Die Schärfe ist besonders wichtig. Stelle die Kamera auf manuelle Schärfe, wenn sie diese Funktion hat. Dann kannst du selbst entscheiden, welcher Bereich deines Bildes besonders gut zur Geltung kommen soll. Normalerweise immer die Hauptfigur oder Handlung. Es kann aber auch reizvoll sein, eine Figur aus der Unschärfe in die Schärfe zu animieren. Wer technisch noch nicht so in die Tiefe gehen möchte, muss sich auf die Automatik verlassen. Meistens liefert diese aber gute Ergebnisse. Was die Automatiken im einzelnen bewirken, findest du auf movie-college.de.

 

Stativ

Was nicht schön ist, sind verwackelte Szenen. Im Film fällt eine wackelige Kamera dadurch auf, dass dein Bühnenbild und deine Figuren immer hin und her zittern. Um dieses zu vermeiden, musst du die Kamera sicher und fest positionieren. Am besten auf ein stabiles Stativ. Die Kamera sollte über die ganze Szene hinweg nicht bewegt, verrückt oder berührt werden. Entsprechend muss der Auslöser sehr vorsichtig gedrückt werden können. Am besten funktioniert es, wenn man eine Fernbedienung hat. Auch ein Selbstauslöser tut da seinen Dienst. Dann kann man bei jeder Aufnahme etwas zurückgehen, steht nicht ungewollt im Licht und wirft keine Schatten auf die Bühne. Auch das würde später auffallen.

Aus diesen Gründen sollte man auch mit dem Betrachten der gemachten Aufnahmen bis zum Ende der Szene warten. Sonst läuft man Gefahr, letztlich doch etwas zu verrücken. Solche Fehler beseitigt man später nur mit hohem technischen Aufwand im Schnittprogramm oder durch das komplette wiederholen der gesamten Szene. Bei längeren Szenen ist das sehr aufwändig und Zeit raubend.

Oben wurde schon die Steuerung der Kamera mit einer speziellen Software erwähnt. Das ist nach wie vor die beste und sicherste Lösung was stabile Bilder angeht. Doch dazu später mehr.

 

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