GeradeRaus 2008 Bundesverband Jugend und Film e.V. Junge Filmszene im BJF
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Ausgetrixt – die Trickfilmschule

 

Technik

 

Technik

Software / Schnitt

Kommen wir zu der Software, denn dein Filmmaterial soll bestimmt noch bearbeitet werden. Bislang hast du ja nur die Bilder zu deinem Animationsfilm gemacht. Der Markt bietet da viele Mittel und Wege: Teure Profi-Software sowie einfache kostenlose Werkzeuge aus dem Internet. Wer eine moderne Videokamera nutzt, hat meist auch eine einfache Software mitgeliefert bekommen, welche er ebenfalls nutzen kann. Am einfachsten sind spezielle Programme für Stopmotion Animationen. Um ein besonders perfektes Endresultat zu erhalten, ist ein Zusammenspiel aus verschiedenen Softwareapplikationen unumgänglich. Aus diesem Grund, an dieser Stelle eine Webseite zum Thema Allgemeine Softwareempfehlungen.

Stopmotion Programme

Diese haben den Vorteil, dass sie Fotoapparate und Videokameras direkt erkennen und deine Bilder direkt auf dem Computer gespeichert werden. Du brauchst dann auch keine Fernbedienung mehr, da die Kamera über den Computer gesteuert wird. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass du deine Bilder direkt kontrollieren und vergleichen kannst. So siehst du unmittelbar, ob etwas unbeabsichtigt verrutscht ist und kannst es korrigieren.

Es gibt oftmals Funktionen, die es dir einfach machen, deine Bewegungen zu verdeutlichen. Zum einen gibt es das Zwiebelschichtverfahren. Hierbei werden dir die letzten aufgenommenen Bilder transparent über das aktuelle Bild gelegt. Es sieht dann aus wie beim Zeichentrick die Inbetween-Zeichnungen. So siehst du wie deine Figur sich bewegt hat und wie sie sich weiterbewegen muss.

Ein anderer Weg ist das so genannte Blinken. Das funktioniert ähnlich wie die Bleistiftanimation. Das aktuelle und das vorangegangene Bild werden in kurzen wechseln gezeigt. So wie beim Flip. Überblenden ist die dritte Möglichkeit, die Bilder zu vergleichen. Das neue Bild wird über das alte geblendet, so kannst du in aller Ruhe kontrollieren, ob alles richtig liegt und steht.

Mit der Leertaste nimmst du dann dein Bild direkt auf den Computer auf. Der legt dieses dann an der richtigen Position in deine Timeline. Nachdem du dann alle Bilder aufgenommen hast, kannst du dir die Bilder in der Aufnahme-Reihenfolge ansehen. Mit dem Programm kannst du nun das Timing noch optimieren. Vielleicht Bilder einfügen oder entnehmen, einen Text hinzufügen oder in den meisten Fällen Ton und Musik dazulegen. Am Ende wird dein Film so gespeichert, dass sich auch alle deine Freunde den Film ansehen können.

Eine solche Software kostet ca. 50 Euro. Wer in besserer Auflösung arbeiten möchte, legt noch mal was drauf. Wer kleine kurze Geschichten plant, ist mit den Demoversionen oder etwas weniger umfangreichen Freeware-Versionen bestens beraten. Diese sind legal und kostenlos im Internet zu finden. Windows Betriebssysteme sind, was die Auswahl anbelangt klar im Vorteil, aber es gibt auch Plattform-übergreifende Produkte. Als gute Basis zur weiteren Arbeit mit Animationssoftware und -filmen dienen die kleinen Übungsprogramme unter den Online Tipps.

Online Tipps:

Software zum Üben mit pixel- und vektorbasierten Animationen:

Strichmännchen Animationssoftware: "Pivot Stickfigure Animator"

Anleitung zu "Pivot Stickfigure Animator"

Gif Animationssoftware "Take 1"

Anleitung zu "Take1"

Liste mit aktueller Animationssoftware

Liste aller Free- und Shareware Tools

Empfohlene Software:

Animationssoftware "GrizzlyMotion" (Windows)

Animationssoftware "istopmotion" (Apple)

Animationssoftware "StopMotion Pro" (Windows)

Anleitung zu "StopMotionpro"


Einfache Filmschnittprogramme

Mit den beigefügten Programmen einer Kamera oder einem freien Filmschnittprogramm kann man ebenfalls gute Ergebnisse erreichen. Allerdings sind Schnittprogramme nicht so komfortabel für Stopmotion ausgelegt.

Es ist egal, ob du nun Filmdateien einlädst und diese ggf. verkürzt oder ob du Fotos importierst. Das Prinzip bleibt gleich: Du kopierst deine Bilder in eine Zeitleiste in der richtigen Reihenfolge und bearbeitest sie dort. In der Zeitleiste werden dann deine Bilder in einer schnellen Abfolge abgespielt, also als vollständiger Film. Wie du schon gelernt hast, sind es 25 Bilder in einer Sekunde. Du musst in der Regel schauen, ob die Bewegungen zu schnell oder zu langsam sind und mittels löschen oder vervielfachen der Bilder die Zeitabläufe anpassen. Da es sich um Videodateien handelt, spricht man hier vom Schneiden.

In den meisten Programmen kann man mit den Pfeiltasten Frame für Frame weiter springen. Das hilft dir, die richtige Anzahl an Bildern abzuschneiden und das, was zu viel ist, zu löschen.

Um gute Ergebnisse zu erzielen, sind 12 Bewegungsphasen pro Sekunde ein gutes Fundament für eine flüssige Bewegung. Du kannst auch einige Überblendungen anlegen oder die Farbigkeiten der Bilder verbessern und verändern. Die Programme sind in den Funktionen teilweise sehr unterschiedlich aufgebaut. Da kann dir sicher jemand helfen, oder du probierst es einfach aus. Du wirst sehen, es ist gar nicht so schwer und vieles erklärt sich von selbst. Zum Schluss vielleicht noch einen Titel und einen Abspann schreiben. Jetzt noch ein selbst komponiertes Musikstück drauflegen und evtl. Geräusche hinzufügen. Fertig ist dein Film.

Es gibt besonders in diesem Bereich viele Softwareapplikationen. Die Palette reicht von kostenlos bis weit über 1.000 Euro. Welche Software für dich die beste ist und ob ein Kauf notwendig ist oder eben nicht, liegt ganz an deinen Plänen. Auf Wikipedia findest du eine ausführliche Auflistung der verfügbaren Programme. Dies sollte eine kleine Entscheidungshilfe geben

Online Tipp:

Kika.de: Titel und Abspannanimation für Kinder

 

Bildbearbeitungsprogramme

Wenn du kein Filmschnittprogramm hast und auch nicht nutzen möchtest, gibt es als Beigabe zu digitalen Kameras oft ein Programm, mit dem die Bilder hintereinander gezeigt werden - eine so genannte Slideshow. Oft kann man diese so einstellen, dass die Bilder schnell aufeinander folgen und ohne unerwünschte Überblendungen gezeigt werden. Wenn du dort auch dein Musikstück eingeben kannst, hast du hier einen Film mit Musik.

In Bildbearbeitungsprogrammen kann man aus vielen Bildern eine Abfolge speichern. Das nennt sich dann animiertes Gif. Auch hier gibt es freie Werkzeuge im Internet. Zu empfehlen wäre neben dem bereits als Übungssoftware genannten Programm "Take 1", das freie Tool von Benetonfilms. Dazu musst du die Bilder einmal abspeichern und in einem Editor der Reihenfolge nach laden. Wenn du die Bilder beim Speichern nummerierst, sollte das sortieren von alleine geschehen. Jetzt stellst du die jeweilige Bildlänge ein und speicherst es als animiertes gif ab. Fertig ist der Film. Zwar ohne Ton aber mit bewegten Bildern. In einem semiprofessionellen oder professionellen Bildbearbeitungsprogramm sind solche Möglichkeiten oft bereits implementiert.

Die aktuellste Version von Photoshop kann bereits ganze Videosequenzen Bild für Bild bearbeiten. Neben dem wohl bekanntesten Bildbearbeitungsprogramm Photoshop gibt es eine Reihe an alternativen Lösungen, die ähnliche Möglichkeiten bieten. Wikipedia führt eine Liste eben dieser Alternativen.

 

Tonbearbeitung

Hier spielt die Musik! Da du im Prinzip ja nur mit Bildern gearbeitet hast, fehlt dir natürlich der Ton. Dialoge, Schritte, Geräusche, Musik, und so weiter musst du alles noch separat hinzufügen. Auch hier ist alles erlaubt, was geht.

Rechte

ABER VORSICHT beim Griff ins CD-Regal! Die Musik anderer Künstler ist geschützt und darf nicht verwendet werden. Selbst wenn du den Film nur deinen Freunden vorführen möchtest, ist das Grund genug dafür, dass es sehr teuer werden kann. Wenn du deinen Film dann fertig hast, möchtest du ja auch nicht, dass er von jedem immer und überall gezeigt wird, ohne dass du davon weißt oder man dich gefragt hat. Vielleicht verdient dann mit deinem Film jemand Geld, das eigentlich dir zustände. Um das zu vermeiden, ist es verboten, einfach so Bilder oder Musik von anderen Künstlern zu benutzen. Natürlich kannst du dir die Rechte kaufen, aber das kann sehr teuer sein.

Mehr über Urheberrecht und alternative Musikquellen findest du im Bereich Urheberrecht auf dieser DVD.

 

Selber machen macht Spaß

Du brauchst nur ein Mikrofon, welches du an deinen Computer oder die Kamera anschließt, und schon geht es los. Ein Filmschnittprogramm oder ein separates Tonbearbeitungsprogramm, wie zum Beispiel "Audacity", kann Ton aufzeichnen. Weitere freie Tonsoftware findet man ebenfalls im Internet. Eine Videokamera kann auch nur den Ton aufnehmen, welchen du dann - im Filmschnittprogramm - passend einbauen kannst.

Was klingt wie ein Aufschlag, wenn etwas zu Boden fällt? Schlag mit der Hand auf den Tisch und nimm es auf. Klingt nicht so gut, wie du dachtest? Nun gut, leg ein Kissen auf den Tisch und schlage auf dieses. Klingt schon anders oder? So kannst du vieles ausprobieren, bis der richtige Ton zustande kommt. Deine Figur liegt im Stroh und es soll rascheln? Schade. Gerade kein Stroh zur Hand. Dann nimm einfach Papier und raschle damit. Vielleicht klingt das gut. Töne verstehen ist oft auch durch visuelle Reize bestimmt. Wenn ich Stroh sehe und es raschelt etwas, dann glaube ich, dass es das Stroh ist, was da raschelt, auch wenn es vielleicht in Wirklichkeit Papier ist. Dies gilt für alles andere auch.

Wenn du Spaß daran hast, kannst du die Geräusche auch mit deiner Stimme nachahmen. Das kann sehr lustig wirken. Musik wäre schön, aber die Rechtssprechung sagt ganz klar, was man alles nicht darf. Mach deine Musik am besten selbst, das macht Spaß und erspart eine Menge Ärger. Im Bereich Urheberrecht findest du auch andere Alternativen.

Online Tipps:

Audiobearbeitungssoftware "Audacity"

Kika.de: Nachvertonung für Kinder

 

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