GeradeRaus 2008 Bundesverband Jugend und Film e.V. Junge Filmszene im BJF
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Ausgetrixt – die Trickfilmschule

 

 

 

 

 

 

 

Bleistiftanimation

Bildbeispiele:

Bleistiftanimation - Beispiel 1

Bleistiftanimation - Beispiel 2

Videobeispiel:

Video - Bleistiftanimation

 

 

 

 

Daumenkino

Bildbeispiel:

Daumenkino - Beispiel

Beispiel zum Ausdrucken:

PDF-Datei - Daumenkino

Videobeispiel:

Video - Entstehung der Trickfilmelemente

 

 

 

 

 

 

 

 

Moving Objects

Videobeispiel:

Video - Legetrick

Übungen

Um ein Gefühl für die Animation zu bekommen und zu erfahren, wie Einzelbilder in ihrer Folge wirken können, haben wir kleine Fingerübungen zusammengetragen. Fragen, wie detailliert Bewegungen ausgearbeitet werden sollten und wie Bewegungsabläufe geplant werden, lassen sich so erfahren und mit einfachen Mitteln beantworten. Auf dem Prinzip der nachfolgenden drei Übungen basieren zum Beispiel Zeichentrickfilme oder einfache Stopmotion-Animationen aller Art.

Anleitung "Bleistiftanimation"

Materialliste:

Butterbrotpapier
Lineal
Schere
Bleistift
Hefter oder Kleber

Eine einfache Möglichkeit ist es, Bewegungen zeichnerisch in zwei Schritten darzustellen, in so genannten Keyframes oder zu Deutsch Schlüsselbildern. Im späteren Verlauf des Workshops wird dieses Thema noch näher erläutert. Um eine Bewegung in zwei Schritten darzustellen, braucht man lediglich einen Bleistift, eine kleine Idee und zwei Stück Papier im Format von ca. 9 cm x 6 cm. Am besten nimmt man dünnes, durchscheinendes Papier wie Butterbrotpapier zum Zeichnen.

Als Beispiel zeichne in die Mitte des einen Blattes einen Ball bzw. einen Kreis und im unteren Drittel eine gerade, waagerechte Linie fast über die gesamte Breite des Blattes. Unsere Linie ist der Fußboden, und der Ball befindet sich in der Luft. Jetzt soll er fallen. Lege das zweite Blatt genau darüber und klebe oder hefte sie an der rechten Seite auf ca. 1 cm Breite zusammen. Nun scheint das untere Bild leicht hindurch und man kann die waagerechte Linie auf dem oberen Blatt genau nachzeichnen. Der Ball soll sich jetzt bewegen und verformen, indem er auf den Boden fällt. Zeichne den Ball jetzt nicht mehr rund und nicht mehr mittig, sondern als leichtes oval. So als würde ihn jemand von oben zusammendrücken. Seine Position ist nun soweit unten im Bild, das er die Linie berührt. Schon fertig!

Um den Ball jetzt zu animieren, rollst du das obere Blatt eng auf den Bleistift auf und wieder ab. Wenn du nun den Stift und die Zeichnungen auf den Tisch legst, rollt sich das obere Blatt auf. Lege den Stift hinter der Rolle an und schiebe den Bleistift immer schnell hin und her. Nun scheint der Ball zu hüpfen.

Schau dir die Beispiele in der rechten Spalte an.

 

Anleitung "Daumenkino"

Materialliste:

Tonpapier
Schere
Bleistift, Malstifte etc.
1 oder 2 Gummibänder
Lineal

Als erstes nimmt man einen großen weißen Bogen Tonpapier und teilt ihn in gleichförmige Felder von zum Beispiel 11cm x 6cm. Wie viele rechteckige Felder man benötigt, hängt davon ab, wie lang die Geschichte werden soll. Nun können die Rechtecke ausgeschnitten werden. Messe an beiden langen Seiten 1 cm von links ab und schneide sie dort ca. 3 mm ein, so dass in diesen kleinen Zwischenraum ein Gummiband hineinpasst. Hier benutzt man am besten ein ausgeschnittenes Rechteck als Schablone, so dass man immer den gleichen Abstand hat und nicht jedes Mal neu messen muss. Falls man einen Umschlag gestalten möchte, braucht man in diesem Fall ein 6 cm breites und ca. 23 cm langes Rechteck. So passt der Umschlag genau um das Tonpapier. In den Umschlag müssen ebenfalls die kleinen Freiräume für das Gummiband hinein geschnitten werden.

Jetzt denkst du dir eine kurze einfache Geschichte oder besser eine einfache Handlung aus. Denke immer daran, dass du fast jede kleinste Bewegung deiner "Hauptperson" zeichnen musst, damit es danach so ausschaut, als bewege sie sich. Vielleicht pflückt jemand eine Blume und während diese Blume hoch gehoben wird, verliert sie alle Ihre Blütenblätter. Zeichne hierzu die Bewegungen in kleinen Schritten. Immer Stück für Stück. Jede Veränderung auf ein neues Blatt. Je geringer die Unterschiede zwischen den Bildern sind, desto flüssiger sieht die Bewegung nachher aus. Dies kannst du durch den so genannten "Flip" kontrollieren.

Video-Beispiel aus dem Film "Graphit auf Leinwand" auf dieser DVD

Das heißt, dass du die neu gezeichnete Seite hin und her blätterst. Dabei siehst du abwechselnd das neue und das vorherige Bild. Der gleiche Effekt entsteht dann, wenn du das fertige Daumenkino von Anfang bis Ende durchblätterst - flippst. Jetzt muss man die Einzelbilder der Reihe nach ordnen und in den Umschlag einlegen. Das erste Bild der Geschichte ist auch das erste Bild des Daumenkinos. Nun noch das Gummiband dort herum binden, wo das Papier eingeschnitten ist, damit die Bilder auch gut zusammen halten. Das Gummiband mehrmals herum binden oder mehrere benutzen, um einen sicheren Halt der Blätter zu erreichen. Jetzt ist das Daumenkino fertig!

Du weißt sicher, wie du dein Daumenkino halten musst! Du hältst den linken Rand mit deiner linken Hand fest und mit deinem rechten Daumen lässt du am rechten Rand die einzelnen Seiten einfach "schnelzen". Wenn du noch weitere tolle Ideen für kleine "Finger"-Filme hast, kannst du noch mehr Daumenkinos basteln.

Online Tipps:

Die Daumenkino Druckmaschine 2.0

Kindernetz: Thema Trickfilm-Daumenkino

ZDF – Tivi Daumenkino-Übung

Kinderkanal – Erklärung Daumenkino

 

Anleitung "Moving Objects"

Materialliste:

Fotoapparat
Computer
Animationssoftware oder Schnittprogramm
Material zum Basteln oder Animieren

Nicht jeder ist ein guter Zeichner, aber dennoch kann er ein guter Trick-Filmemacher sein. Du arbeitest lieber mit einem digitalen Fotoapparat oder einer Videokamera? Dann kannst du mit dieser Technik schnelle Ergebnisse erzielen. Moving Objects heißt nichts weiter als "bewegte Gegenstände". Dies kann alles sein, was sich in der realen Welt nicht selbst bewegen kann. In der realen Welt nimmst du normalerweise deine Hände zur Hilfe, um Dinge zu bewegen. Dies machst du beim Erstellen der Animationen selbstverständlich auch. Der Trick ist aber, dass nur Bilder aufgenommen werden, wenn die Hände nicht im Bild sind. Wenn man am Ende die Einzelbilder nacheinander abspielt, scheint es, als würden sich die Dinge aus eigener Kraft oder wie von Geisterhand fortbewegen und verändern.

Am besten nimmt man einen größeren ebenen Untergrund und eine Fotokamera. Positioniere die Kamera so, dass du einen guten Überblick über die Fläche hast und befestige die Kamera, so dass sie nicht verrutschen kann. Einige Streifen Klebeband oder ein Stativ sollten dabei helfen. Achte darauf, Bildschirm, Objektiv und Auslöser nicht zu verdecken. Automatische Einstellungen der Kamera leisten in der Regel ausreichende Dienste. Fotografiere die Arbeitsfläche einmal im leeren Zustand. Wenn möglich schließe die Kamera auch an ein Stromnetz an, das spart Batterien, Geld und schont die Umwelt. Jetzt such dir Gegenstände, die du bewegen möchtest.

In diesem Beispiel nehmen wir Obst.

Lege dein Lieblingsobst Obst an die Seite deiner Arbeitsfläche, so dass es ganz leicht angeschnitten am Bildrand liegt. Kontrolliere es im Display der Kamera. Nun mache ein weiteres Foto. Jetzt schiebst du dein Lieblingsobst ein kleines Stück weiter ins Bild. Je kleiner die Schritte sind, desto länger wird dein Film und desto flüssiger werden die Bewegungen. Und noch ein Foto machen. Diese Schritte machst du solange, bis die Frucht mittig im Bild liegt. Jetzt soll sie sich selbstständig schälen oder zerteilen. Es empfiehlt sich, darauf zu achten, dass sich das Obst nicht mehr verschiebt. Beginne an einer Stelle die Schale zu öffnen. Nur ein kleines Stück. Davon schießt du wieder ein Bild. Jetzt schälst du das Obst in kleinen Schritten immer weiter und machst jedes Mal ein Foto davon. Die Schalenteile legst du neben die Frucht oder lässt sie Stück für Stück aus dem Bild wandern.

Wenn das Obst ganz geschält ist, kannst du es noch in kleine Stücke teilen und diese ebenfalls langsam aus dem Bild wandern lassen. Denke daran, immer eine Aufnahme vom jeweiligen Schritt zu machen. Du kannst auch mehrere Teile gleichzeitig ein Stück weiter wandern lassen. Wenn deine Arbeitsfläche dann wieder leer ist, schießt du das letzte Bild.

Im Computer kannst du dir dann eine Slideshow mit schnellem Bildwechsel erstellen und dir deinen Film ansehen. Wer es etwas professioneller mag, lädt die Bilder in ein Filmschnitt- oder Stopmotion-Programm, um einzelne Bilder zu bearbeiten oder die Länge des Films zu verändern. Das wird später noch genauer erklärt. Jetzt bist du dran, Alltägliches zum Leben zu erwecken!

Online Tipps:

Trickfilm Cam

Kindernetz: Thema Legetrick

Tipps und Tricks zum Legetrick

 

Wie in den ersten Übungen klar wird, ist in Trickfilmen die richtige Bewegung sehr wichtig. Bewegung ist von vielen Faktoren abhängig und hat eigene physikalische Regeln. Wer diese kennt und in seine Planung einbezieht, wird schnell merken, dass Bewegungen dadurch viel flüssiger und natürlicher wirken. Auch in den obigen Übungen kann man dieses Wissen einbeziehen und seine Animation verfeinern.

 

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