GeradeRaus 2008 Bundesverband Jugend und Film e.V. Junge Filmszene im BJF
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Ausgetrixt – die Trickfilmschule

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beispiel "Moira":

Ausschnitt 1

Video - Moira 1

Ausschnitt 2

Video - Moira 2

 

 

 

Beispiel "Der Schaffner":

Ausschnitt

Video - Der Schaffner

 

Making Of

Making Of

Making Of
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Bilderserie "Mimik":

Bilderserie "Mimik"

Bilderserie "Mimik"

Bilderserie "Mimik"

Bilderserie "Mimik"

Bilderserie "Mimik"

Bilderserie "Mimik"

Bilderserie "Mimik"

Wenn du schon die Übungen durchgespielt hast, kannst du dir vorstellen, wie sich etwas in einem Zeichentrickfilm darstellen lässt. Jede Bewegung, jeder Hintergrund, jede Figur ist eine neue Zeichnung. Sicher ist dies viel Arbeit, aber mit einem schönen Ergebnis. Also Bleistift anspitzen, und los geht es!

Zeichentrick

Wer sich selbst an Zeichentrickfilmen versuchen möchte, sollte vor allem zeichnen lernen. Jede Menge Papier, weiche Bleistifte und vielleicht ein geduldiger Mitmensch als Modell sind die idealen Voraussetzungen. Anfänger können sich beim Zeichnen von Figuren helfen, indem sie Arme, Beine, Körper und Kopf zunächst aus zylindrischen Formen zusammenstellen und diese dann mit Bögen und Kreisformen miteinander verbinden. Die Methode mit den zylindrischen Formen verwenden übrigens auch manche Profi-Phasenzeichner, um die Bewegungsabläufe einfacher festhalten zu können.

Die Art, wie du zeichnest, kann ganz unterschiedlich sein. In unseren Beispielfilmen ist zu sehen ist, dass es da ganz verschiedene Ansätze gibt. Es muss ja nicht immer Walt Disney sein. Schau dir den Stil der Filme genau an, und du wirst vielleicht einige Ideen für deine Gestaltung übernehmen können.

Moira

In "Moira" zum Beispiel, sind die Figuren aus Einzelteilen zusammengebaut worden. Ähnlich wie bei Hampelmännern, die du sicher auch schon mal gebastelt hast. Wenn man die Einzelteile dann zusammenlegt, kann man die Figur bewegen, ohne dass man immer einzelne Bilder neu zeichnen muss. Das ist fast schon wie bei einem Legetrickfilm. Auch die Teile des Bühnenbildes sind einzeln übereinander gelegt, so dass man sie immer wieder bewegen kann, und der Raum bekommt so ganz viel Tiefe.

Der Hintergrund setzt sich aus ganz vielen übereinander gelagerten Ebenen zusammen. Sogar vor den Figuren sind manchmal Teile des Bühnenbildes zu sehen. Die Art, wie es gezeichnet ist, ist an vielen Stellen ziemlich einfach, und es wirkt unglaublich toll. Oder findest du nicht? Natürlich ist hier viel im Computer entstanden und montiert worden, aber auch ohne Computer kann mit diesen Tricks prima Ergebnisse erreichen.

Der Schaffner

Der Film "Der Schaffner" benutzt ähnliche Techniken wie "Moira", und doch sieht es ganz anders aus. Sicher ist auch viel technisch montiert worden, aber es ist ganz anders gezeichnet und sogar collagiert. Ist dir aufgefallen, dass die Jacke des Schaffners eigentlich eine Fahrkarte ist und dass in den Fenstern des Zuges ein richtiger Film abläuft? Das ist für den Anfang sicher etwas zu schwierig, aber wie du siehst, sind dem Animationsfilm hierbei keine Grenzen gesetzt. Ebenso ist mit ganz einfachen Mitteln dargestellt, was die Menschen empfinden bzw. was es für Menschen sind.

Besonders die einzelnen Charaktere des Films zeigen sich in Ihren Wesenszügen sehr detailliert, wenngleich die Ausdrucksformen reduziert sind. Bewegungen und Mimiken, Materialien und Farbgebung sind sehr wohl durchdacht und ausgearbeitet. Um den Prozess der Figurenentwicklungen nachvollziehen zu können, findest du rechts ("Making Of") eine ausführliche Dokumentation der Planungsphasen des Films "Der Schaffner". Dort werden der Szenenaufbau, die Figurenentwicklung, die Bewegungsformen und die einzelnen Ebenen anschaulich dargestellt. Es bildet sich deutlich ab, wie sich die gesamte Arbeit bis hin zum Endprodukt entwickelt.

 

Ebenen (Hintergrund / Zwischenebenen / Vordergrund)

Wie schon bei "Moira" erklärt, kannst du eine Tiefenwirkung erzielen, indem du deinen Film in mehreren Ebenen anlegst. Du hast also einen Hintergrund wie zum Beispiel den Himmel, und davor legst du deine Wolken an, die du über das Bild wandern lassen kannst. Vielleicht sieht man auch ein paar Bäume am Horizont oder Häuser oder was auch immer in deinem Bühnenbild eingeplant ist, um deinen Ort zu beschreiben. Nun bewegen sich deine Figuren vor diesem Hintergrund. Das heißt, du hast somit schon einen Raum geschaffen.

Wenn du es jetzt noch interessanter machen möchtest, dann planst du deine Figuren in der Zwischenebene ein und machst im Vordergrund noch einige Dinge fest. Zum Beispiel ein paar Baumstämme. Die Baumkronen sind ja ganz weit oben und wenn man direkt vor einem Baum steht, kann man diese ja auch nicht sehen, sondern nur ein Stück vom Stamm. So hast du noch mehr Raum gewonnen, und deine Szene spielt sich jetzt in der Zwischenebene ab. Wenn du alle Ebenen so planst, dass sich etwas bewegt, ist das sicher viel Arbeit, aber es hat eine tolle Wirkung. Du solltest allerdings erstmal mit nur einer bewegten Ebene anfangen und dich dann steigern.

Wie auch immer du deinen Film planst, viele verschiedene Wege führen zum Ziel. Wenn du nur mit Zeichnungen arbeiten möchtest, kannst du am besten auf durchsichtigen Folien arbeiten und diese dann immer entsprechend verschieben, um deine Figuren zu animieren. Oder du zeichnest deinen Hintergrund auf normalem Papier und schneidest die darüber liegenden Figuren und Gegenstände aus. Das nennt sich dann Cut-Off Animation. So kannst du sie auch mal übereinander laufen lassen, um die gewünschte Tiefe zu erzielen. Wenn dir das basteln nicht so liegt, aber das Zeichnen um so mehr, kannst du auch jedes Bild einzeln zeichnen und einfach abfotografieren.

In allen Fällen solltest du mindestens die Hintergrundebene fixieren, damit sie nicht verrutscht. Auch für alle anderen Ebenen sind so genannte Anlegemarken von Vorteil. Diese dürfen nicht im Bild zu sehen sein. Mit diesem Trick kannst du weitere oder geänderte Ebenen immer wieder passgenau anlegen.


Charakter

Deine Charaktere hast du sicher gut recherchiert und weißt, was sie ausdrücken sollen. Du solltest dir im Vorfeld immer Fragen stellen, die zu einer genauen Beschreibung deiner Figur führen. Woher kommt Sie? Was ist ihr Beruf? Wie alt ist sie? Ist sie traurig oder glücklich? Ist sie nett oder eher unsympathisch? Je mehr Fragen du dir stellst und beantwortest, desto klarer wird deine Figur in deiner Planung und in der Ausgestaltung. Es ist sehr wichtig, dass der Zuschauer sich in deine Figur hineindenken kann und dass die Figur gut zu erkennen ist.

Mit solch einer intensiven Vorbereitung findest du auch schnell die passenden Bewegungen und Mimiken für deine Figur. Wenn du dir die Figur "Moira" oder den Schaffner anschaust, wirst du feststellen, dass die beiden fast nur über ihre Augen und den Mund Gefühle darstellen. Das ist wirklich nicht schwer.

Bilderserie "Mimik" 1 2 3 4 5 6 7

Wie du siehst, gibt es verschiedene Wege, aber es ist immer die Hauptfigur, die durch eine gute Ausarbeitung und Animation in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt wird. Deshalb solltest du deiner Figur mehr Sorgfalt zukommen lassen als vielleicht dem Hintergrund, denn der ist so gesehen nur Beiwerk, aber dennoch sehr wichtig.

Online Tipps:

Kika.de: Mimik für Kinder erklärt

Kika.de: Gefühle für Kinder erklärt

Kika.de: Wirkung von Farben für Kinder erklärt

 

Keyframes / Inbetweens

Über die Arten von Bewegungen hast du nun schon einiges gehört. In unseren Beispielen sind die Bewegungen meistens sehr flüssig und wirken sehr geschmeidig. Wenngleich viele der Bewegungen im Computer entstanden sind, ist das Prinzip immer das gleiche: Je mehr Steps zwischen Start- und Endpunkt liegen, desto sanfter die Bewegungen.

Wenn du eine Bewegung in deinem Zeichentrickfilm umsetzen willst, ist es am einfachsten, erst einmal die Keyframes zu zeichnen. Also den Start- und den Endpunkt. So fällt es dir leichter, entsprechend viele Schritte dazwischen zu zeichnen, die Inbetweens eben. In den Beispielen zu den Bewegungsformen unter Bewegung, Beschleunigung, Verformung siehst du die Start und Endposition und wie viele Bilder dazwischen liegen.

Natürlich wird es bei deinen ersten Versuchen nicht immer klappen, einen sauberen Ablauf zu zeichnen, aber du wirst feststellen, dass es schon bald immer besser wird. Wie schon erwähnt: Schau dir die Bewegung im realen Leben einmal in Ruhe an und du wirst verstehen, was in der Bewegung passiert und wichtig ist, damit sie funktioniert.

Online Tipps:

Kindernetz.de: Zeichentrickfilm für Kinder

Mediamanual.at: Tipps zum Zeichentrick

Mediamanual.at: Zeichentrickfilme mit Stift und Papier

Mediamanual.at: Zeichentrickfilme mit Folien

Movie-college.de: Infos zum Thema Zeichentrickfilm Teil 1

Movie-college.de: Infos zum Thema Zeichentrickfilm Teil 2

 

Aufnahme / Scan

Bei einer professionellen Produktion werden die Vorlagen entweder im Computer bearbeitet und animiert oder mit Hilfe eines Tricktisches aufgenommen. Ein Tricktisch ist ein Tisch mit einer Halterung für die Kamera. Die Kamera ist dann senkrecht über deinen Zeichnungen oder Collagen angebracht. Auf deiner Arbeitsfläche ist eine Milchglasplatte, die von unten beleuchtet wird und somit Zeichnungen durchleuchtet. Deine Farben kommen dann im Film besser zur Geltung. Auf dem Tisch findest du dann auch Lineale und Anlegekanten, um die Arbeiten entsprechend passgerecht auszurichten. Im besten Fall auf verschiedenen Ebenen. Wie gesagt, so machen es die Profis.

Zu Hause reicht ein Stativ und eine Fläche, auf der du dir Passmarken anlegst und deine Papierzeichnungen, Folien oder Collagen ausrichten und animieren kannst. Wenn möglich, beleuchte deine Arbeiten gleichmäßig. Auf Schatten brauchst du nur bei einer Collage achten. In normalen Zeichnungen ist der Schatten ja schon eingearbeitet. Jetzt nimmst du jede Zeichnung einzeln wie schon beschrieben auf.

Wenn du deine Ebenen erst im Computer zusammenfügen möchtest und dich dafür mit spezieller Software vertraut gemacht hast, dann kannst du deine gezeichneten Ebenen und Objekte einzeln einscannen oder abfotografieren und dann im Bildbearbeitungsprogramm nachbearbeiten. Beim Scan solltest du mit ca. 300 dpi in der Auflösung arbeiten. Das liefert meist ausreichend gute Ergebnisse. Für den Film werden die Dateien dann runtergerechnet. Aber dazu später mehr.

Online Tipps:

Mediamanual.at: Animationsfilmstudio für zu Hause

Movie-college.de: Tricktisch

 

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