GeradeRaus 2008 Bundesverband Jugend und Film e.V. Junge Filmszene im BJF
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Urheberrecht im Film

Schutz des eigenen Films

Auf nach Hollywood

Wenn ich selbst einen Film machen will, stellen sich auch eine ganze Menge urheberrechtliche Fragen, gerade wenn – wie eigentlich immer beim Film – mehrere Personen an dem Projekt beteiligt sind. Zunächst geht es darum, seine Filmidee zu schützen. Will man diese Idee selbst verfilmen und später verwerten, muss man sich Gedanken über Rechte Erwerb und Rechteerteilung machen.

Am Anfang steht die Filmidee

Man stelle sich vor: Unvermittelt hat man die geniale Idee für einen Blockbuster-Film. Aber: Wie schützt man diese Idee, damit nicht jemand anders mit ihr reich und berühmt wird?

Dies ist gar nicht so einfach. Denn grundsätzlich ist es so: Ideen sind nicht zu schützen, Ideen sind grundsätzlich frei. Selbst noch so ungewöhnliche Einfälle für Filmstoffe können keinen rechtlichen Schutz beanspruchen. Der Urheberrechtschutz setzt erst dann ein, wenn von einer "persönlich geistigen Schöpfung", einem so genannten "Werk" gesprochen werden kann.

Der Urheberrechtsschutz entsteht, sobald der Filmstoff eine konkrete Gestaltung gefunden hat. Üblicherweise geschieht dies, indem die bloße Filmidee ausformuliert wird. Eine Niederschrift ist zwar für die Entstehung des urheberrechtlichen Schutzes nicht erforderlich, um ein Drehbuch anzubieten, ist es aber die übliche Form. Der Filmstoff sollte also aufgeschrieben werden, was normalerweise in Form einer Zusammenfassung, dem so genannten Exposé, geschieht. Vor Ideenklau schützt dies aber noch nicht. Nur die konkrete Gestaltung des Filmstoffes, etwa das ausformulierte Exposé, ist durch das Urheberrecht geschützt, nicht die Idee als solche. Die Idee kann man nur durch Geheimhaltung schützen. Grundsätzlich gilt damit: Die Ideen erst einmal für sich behalten, sie schriftlich fixieren und erst dann anbieten.

Die Filmidee schützen

Der Filmstoff ist – sobald er einmal Dritten offenbart wurde – durch ungefragte Übernahme gefährdet. Dies liegt daran, dass man im Zweifel beweisen muss, dass man selbst der Autor eines Exposés oder Drehbuches ist. Die häufig vorhandene Angst, einen Filmstoff etwa einem Filmproduzenten anzubieten ist, ist durchaus begründet: Wie kann ich mich dagegen wehren, wenn er es ablehnt, meinen Filmstoff einzukaufen und den Film dann trotzdem macht? Gibt es ein geeignetes Verfahren um meine Urheberschaft an einem Filmstoff eindeutig nachzuweisen?

Eine offizielle Registrierungsstelle für geschützte Werke gibt es nicht. Das Urheberrecht ist – anders als zum Beispiel das Geschmacksmuster- oder Patentrecht – ein formloses Recht, das unmittelbar durch die Werkschöpfung entsteht. Man kann aber zu Beweiszwecken dokumentieren, dass man zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Filmidee ausformuliert – und damit ein Urheberrecht erworben – hat. Es besteht etwa die Möglichkeit, das Skript bei einem Anwalt oder Notar zu hinterlegen. Sicherlich ergibt sich auch dann kein hundertprozentiger Schutz vor Plagiaten. Immerhin belegt so eine verlässliche Quelle, dass das Skript zu einem bestimmten Zeitpunkt wirklich existiert hat.

Kann man nachweisen, dass man Autor des Filmstoffes ist, entfaltet das Urheberrecht einen weit gehenden und effektiven Schutz: Sollte nämlich aus einem unerlaubt übernommenen Filmstoff wirklich ein Film werden, setzt sich die Filmproduktion dem Risiko eines Urheberrechtsprozesses aus. Wird der verloren, können die Rechtsfolgen verheerend sein: Der Autor wäre berechtigt, die Veröffentlichung beziehungsweise Vorführung des Films zu untersagen und darüber hinaus Schadensersatzansprüche geltend zu machen.

Filmfibel - Rechtstipps für Filmemacher: www.filmfibel.de

(Quelle: 04.02.05, Oliver Passek, www.irights.info / Dieser Text ist unter einer CC-Lizenz erschienen)

 

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